Zeichnen,
eine unbedingte Notwendigkeit. Blatt um Blatt, mit Händen und Füßen. Schneiden, montieren, kleben, übermalen. Wiederholen. Jedes Blatt ist eine Möglichkeit, die im Unscharfen verortet ist. Die Vielheit ist keine Unsicherheit. Es ist mein Archiv, nie abgeschlossen. Ein Provisorium, durchschreiten, fortschreiben.
Ich sehe nichts,
ich kann nicht erkennen welches Blatt, welche Zeichnung taugt. Manches ist sofort erkennbar banal, anderes erst nach längerem Betrachten, anderes begreife ich nach einem Jahr als untauglich und bin fassungslos. Wenn mutmaßlich gut – dann unbedingte Skepsis. Gleichwohl alles zeigen, vollständig, das Ganze, das unredigierte Manuskript. Ich will, dass die Betrachtenden beim Schauen das gleiche Risiko eingehen, wie ich beim Zeichnen und Malen, sich in gleichem Maße mit Unerheblichem, wie Relevantem beschäftigen, die Prozesse versuchen zu gewahren und nicht unmittelbar Sehen und Urteilen zu einem Vorgang verschränken. Im Ungenauen, Unscharfen, im unsicheren Wissen kann ich mich finden. Dumm schauen, dummes Schauen. Das ist die Erfahrung, die ich ansatzweise fassen kann, die Spannung die ich mangels Fähigkeiten aushalten muss und aus Überzeugung atmen will. Relevantes und Irrelevantes gehört dazu.
Mein Gehen ist ein Trotten, Ordnung und Gewirr. Tastend, hauchdünn und gefährdet.
Für einen Moment gewiss sein, laut und rot und hart.
Entschieden gehen.